Ein Bericht unseres zeitreisenden Reporters aus Prag

Prag, Böhmen, 23. Mai 1618. Heute eskalierte die angespannte Lage zwischen den Protestanten und den Katholiken in der böhmischen Hauptstadt Prag. Etwa 200 Protestanten taten ihrem Unmut kund und zogen zur Burg.

Der Anführer der Protestanten Heinrich Matthias von Thurn hatte spontan zu einer Versammlung der protestantischen Stände geladen. Ausgelöst wurde die Empörung durch den Abriss der evangelischen Kirche in Klostergrab und die Schließung der St.-Wenzels-Kirche in Braunau, befohlen vom katholischen Landesherren Kaiser Matthias.

Danach zogen er und etwas 200 Vertreter sympathisierender Stände zur Burg. Dort inszenierten sie einen Schauprozess, der darin endete, eine Gewalthandlung in der Form der sogenannten „Defenestration“ (Fenstersturz) an den königlichen Statthaltern Jaroslaw Borsita Graf von Martinitz und Wilhelm Slawata von Chlum und Koschumberg sowie dem Kanzleisekretär Philipp Fabricius vorzunehmen.

Obwohl sie siebzehn Meter tief aus dem Fenster in den Burggraben stürzten, überlebten alle drei mit leichten Blessuren.

Der Fenstersturz markierte den Beginn des Aufstands der böhmischen Protestanten gegen die katholischen Habsburger.
Sollte Kaiser Matthias angemessen reagieren, könnte es zu einem Krieg zwischen den beiden verfeindeten Parteien kommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.