Als Zeitreisender kennt man sich mit der Geschichte aus und man akzeptiert die „Direktiven für Zeitreisen“. Diese wurden bekanntlich aufgestellt, um kein Chaos zu erzeugen.
In der philosophischen Betrachtung gibt es nicht nur eine Zeittheorie.

Ein Zeitreisender rettet jemanden auf einer Zeitreise in der Vergangenheit vor dem Tod.
Da diese Person weiterlebt, könnte sie Nachkommen haben. Dies wird die Zukunft bzw. Gegenwart ändern.

Nebenbei bemerkt wird „Department Z – Die Zeitpolizei“ eingreifen, aber das ist für die Betrachtung nicht relevant.

Der Gerettete lebt also weiter. Es wird davon ausgegangen, dass er nach seiner Rettung noch zwei Nachkommen hat. Diese könnten jeweils zwei Kinder haben.
Also wären mindestens sieben Personen – der Gerettete, seine zwei Kinder und seine vier Enkel – in einer Zeitlinie vorhanden, die nicht existiert hätten, wenn der Zeitreisende nicht eingegriffen hätte.

Durch die sieben Personen entstehen Interaktionen mit anderen, die es sonst nicht gegeben hätte.
Die Zeitlinie ist also geändert. Wenn einer von den sieben Personen zum Beispiel Politiker geworden wäre, hätte er etwas Eklatantes ändern können.
Bei der Rückkehr des Zeitreisenden in seine Heimatzeit hätte er eine veränderte Realität vorgefunden.
So wäre es passiert in der Realität.

Manche Philosophen gehen davon aus, dass bei jeder Zeitreise eine parallele Zeit erschaffen würde, die wie eine Aufgabelung oder Verzweigung wirkt.
Das gleiche Szenario der Rettung spielte sich nun nicht in der Vergangenheit dieser Realität ab, sondern in einer Parallelrealität, die autark wäre. Der Gerettete könnt die gleiche Anzahl von Nachkommen haben, von denen einer Politiker geworden wäre.

Dies würde aber nur die Gegenwart der parallelen Realität ändern, von denen die Aufgabelung ausging.
Es wird davon ausgegangen, dass der Zeitreisende bei der Rückkehr in seiner Gegenwart bzw. Heimatzeit zurückgelangt.

Und genau hier ist das Manko. Warum kommt der Zeitreisende in seine Realität zurück? Was würde passieren, wenn er eine erneute Zeitreise aus der neuen Parallelität in die tiefere Vergangenheit machen würde? Öffnete er eine neue Parallelität oder bliebe er dort, bis er wieder in seine Heimatzeit transferiere?

Eine andere Theorie geht davon aus, dass alles, was man tut, vorherbestimmt sei und schon geschehen ist.
Es wäre also vollkommen egal, wie man sich auf einer Zeitreise in die Vergangenheit verhielte, denn das Überleben bzw. die Rettung ist schon festgelegt und die Nachkommen haben schon ihre definierten Rollen. Es gäbe keinen Spielraum für irgendetwas.

Eine Betrachtung existiert, de davon ausgeht, dass permanent neue parallele Zeiten entstehen.

Wenn der Zeitreisende sieht, dass jemand zu Tode kommen wird, gibt es zwei Möglichkeiten: Der Zeitreisende rettet die Person oder er lässt ihr sterben.

Eine Theorie geht davon aus, dass auf jeder Entscheidung eine neue parallele Zeit entsteht. In der einen Zeit wird jemand vom Zeitreisenden gerettet und dieser bekommt – wie oben beschrieben – Nachkommen. Auf der anderen Entscheidung, nicht einzugreifen, stirbt er.

Damit aber nicht genug!

Aus jeder Entscheidung entstünde aus jeder sich ergebenden Möglichkeit eine Parallelität, die völlig gleichwertig und autark wäre.
Bis zur Entscheidung wäre die Vergangenheit gleich.

Der Zeitreisende sitzt zuhause und überlegt, ob er zu einer Zeitreise aufbrechen solle oder nicht.
Es gibt somit zwei Entscheidungen, und genau hier entstehen zwei neue Zweige. Auf dem einem Zweig bleibt der Zeitreisende zuhause. Parallel dazu gibt es einen Zweig, in dem er sie antritt.
In der Vergangenheit angekommen sieht er den Mann, der am Rande des Zu-Tode-Kommens steht. Soll er ihn retten oder nicht? Wieder zwei Entscheidungen, die zwei neue Verästelungen erzeugen. Bedingt durch den Zeitreisenden gibt es also vier Varianten, wie die Zeitlinie weitergeht. Diese wären alle gleichwertig.

Wenn man so weiter ausführen würde, wie viele Entscheidungen es permanent gäbe, entstünden in jeder Sekunde unendlich viele Parallelitäten.

Dies sind die gängigen Theorien, die mehr oder weniger logisch aufgebaut sind.
Die Theorien, die von mehrfachen Parallelitäten ausgehen, können zudem weder verifiziert noch falsifiziert werden. Denn sie gehen davon aus, dass jeder Parallelität autark von den anderen existierte, ab einem bestimmten Zeitpunkt an und dass die eine die andere (willentlich) nicht erreichen kann.

Die Determinierungstheorie, die sagt, dass alles schon festgelegt ist, widerspricht ebenso der Logik. Wenn alles im Vorfeld schon festgelegt ist, wäre jede Handlung nur ein Meilenstein für ein großes Ganzes. Diese Theorie ist sehr einfach gestrickt. Sie kann nicht funktionieren, denn die Basis dieser Theorie setzt voraus, dass es keine wie auch immer gestaltete Entscheidung geben könnte.

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