Erzählungen

Eine Zeitreise-Geschichte

Es war ein frischer, aber sonniger Herbstnachmittag.
Herr Schlottbohm ging mit der Leine in der Hand den Weg zum Landsitz herunter. Cora trottete in einigen Metern lahm hinter ihm her. Herr Schlottbohm blieb stehen, bis sie auf seiner Höhe war, und hockte sich zu ihr.
„Cora, Dein Frauchen und Dein Herrchen kommen bald wieder“, sagte er mit weicher Stimme und kraulte sie unter dem Schnäuzchen, „Komm, wir gehen herein. Dann bekommst Du Leckerchen.“
Cora interessierte dies nicht. Sie schaute ihn zwar an, aber mehr nicht.
Er stand auf, zog sich sein Jackett zurecht, schüttelte den Kopf und schaute zu Cora.
„Die Ärmste“, dachte er, „seitdem die Edelfrau und der Edelherr verschwunden sind, ist sie vollkommen verändert. Sie kennt es ja auch nicht ohne die beiden.“
Cora öffnete ihre Schnauze und die Zunge wurde sichtbar. Sie atmete etwas lauter und setzte sich hin. Ihre Rute wedelte. Sie schaute aber nicht Herrn Schlottbohm an. Es wirkte so, als würde sie lächeln. Sie hatte ihren Kopf Richtung des Hauses gedreht.
Herr Schlottbohm versuchte herauszufinden, was sie anvisierte und schaute in die Richtung ihres Blicks.
Kurz meinte er, es wäre die Luft für einen kurzen Augenblick helllila geworden.
Dann gab es einen leichten Luftzug und plötzlich stand jemand vor ihm.
Cora schoss nach vorne, während Herr Schlottbohm irritiert den Mann vor ihm anschaute.
„Potzblitz!“, machte er und zuckte zusammen.
Cora machte sich lang und kam an den Mann hoch. Sie wedelte mit der Rute. Sie freute sich.
„Cora!“, sagte der in Braun gekleidete Mann. Er kraulte sie. Cora genoss dies euphorisch.
Dann schaute er Herrn Schlottbohm an, grinste und meinte: „Mein Name ist nicht Potzblitz, sondern Lapicida.“
Herr Schlottbohm stammelte, immer noch irritiert, seinen Namen.
„Sie sind einer der Hausdiener“, sagte Herr Lapicida und reichte ihm die Hand, „Angenehm, Herr Schlottbohm.“ Beide schüttelten sich die Hände, Herr Schlottbohm eher apathisch.
Sein Gegenüber wollte Cora wegziehen, doch Herr Lapicida winkte ab: „Lassen Sie Cora ruhig! Wir haben uns lange nicht gesehen.“
Cora freute sich und machte ihre Freude laut kund.
„Wo kommen Sie plötzlich her?“
„Ich kann mich willentlich durch die Zeit bewegen“, sagte der Angesprochene, „Ich komme, weil ich die Edelleute gerne sprechen möchte.“
„Das tut mir leid, Herr Lapicida. Die Edelleute wurden seit drei Tagen nicht gesehen. Niemand weiß, wo sie sich befinden.“
Der Blick des anderen hatte sich verfinstert.
„Was ist passiert?“
„Sie waren in der Botschaft. Ich hatte sie dorthin gefahren. Sie schickten mich, wie immer vor einem Arbeitstag dort, zurück und sagten mir, sie würden sich melden, wenn sie mich bräuchten. Seitdem …“
Er zuckte mit den Schultern und schaute nach unten.
Cora visierte Herrn Lapicida erwartungsvoll an.
„Kommen Sie, Herr Lapicida! Gehen wir doch ins Haus.“
„Vielen Dank!“
Als die beiden ins Haus gingen, sprang Cora Herrn Lapicida vor Freude immer wieder an. Er stupste sie, kraulte sie und beide gaben sich Küsschen. Cora war außer sich. Sie jaulte zwischendurch und wedelte so heftig mit der Rute, dass man hätte meinen können, das Hinterteil wäre heruntergefallen. So freute sich die kniehohe hellbraune Hündin.
„Entschuldigen Sie bitte, Herr Lapicida!“
Herr Schlottbohm ging kurz heraus und kam mit einem Tablett zurück. Cora und ihr Freund kuschelten immer noch.
„Was darf ich Ihnen anbieten?“
Herrn Lapicida schaute kurz hoch.
„Ich möchte nicht unhöflich erscheinen ob der Alkoholika, aber eine Tasse Java hätte ich liebend gerne.“
„Selbstverständlich!“
Herr Schlottbohm entfernte sich, ließ das Tablett aber mit den Worten „Vielleicht für später“ stehen.
Cora und Herr Lapicida machten weiter, als wäre nichts passiert. Cora japste vor lauter Freude.
Herr Schlottbohm kam begleitet von einem hochgewachsenen Mann zurück und stellte vor: „Commodore Blackrock – Herr Lapicida!“
Beide verbeugten sich kurz, gaben sich die Hand und sagten: „Angenehm!“ zueinander.
„Commodore Blackrock ist ein Studienkommilitone von den Edelleuten und verkehrt regelmäßig hier.“
„Damit kann ich nicht aufwarten“, antwortete Herr Lapicida und grinste breit, „Ich kenne die beiden im Gegensatz zu Ihnen, Commodore, nicht so eng.“
„Ich weiß, die Edelleute haben mir von Ihnen erzählt. Es muss schrecklich sein, nie zu wissen, wann und wo man hinkommt.“
„Das war schrecklich.“
Commodore Blackrock schaute ihn mit schräggelegtem Kopf an und zog die rechte Augenbraue hoch.
„Um es aufzulösen, Commodore. Ich beherrsche seit einiger Zeit willentlich das Zeitreisen. Ich arbeite schon seit einem halben Jahr wieder in meiner originären Arbeit. Ich bin ArchäologeArchäologie Die Archäologie erforscht die kulturelle Entwicklung der Menschheit. und leite Grabungen in Pompeji.“
„Oh!“ machte der Commodore.
Herr Lapicida zückte etwas, das als Ring zu erkennen war: „Wobei wir schon beim Zweck meines Besuchs wären.“
Commodore Blackrock starrte das kleine Ding an, dass Herr Lapicida in seiner Hand hielt.
„Dieser Ring ist zwar aus Pompeji“, sagte er, „aber ich kann mich nicht erwehren dagegen, dass er genauso aussieht wie von Sabine und Dietmar – Verzeihung! – von den Edelleuten.“
„Darf ich?“
Herr Lapicida übergab ihm den Ring, der sehr mitgenommen aussah.
Commodore Blackrock schaute ihn einige Zeit schweigend an und drehte ihn immer wieder hin und her: „Das ist unglaublich.“
„Nicht wahr?“
„Sie haben ihn in Pompeji gefunden?“
„Er steckte oben in ausgehärteter Lava fest.“
Der Commodore schüttelte leicht den Kopf.
„Ich bin direkt damit nach hier gekommen.“
Commodore Blackrock schaute den Ring weiterhin verblüfft an.
„Das Kuriose an dem Ring ist“, sagte Heinrich Lapicida, „Dass die Legierung nicht original aus der Zeit des antiken Pompejis stammen kann. Diese gab es noch nicht und die Zacken oder Moduln der Zahnräder sind nicht bekannt gewesen. Es gab zwar Zahnräder, aber die waren groß und aus Holz. Es wurden nie solche Schmuckstücke gefunden. In der gesamten Epoche über verschiedene Völker und Kulturen nicht.“
„Das ist alles sehr seltsam, Herr Lapicida.“
Cora hatte nur Augen für Herrn Lapicida und hatte sich vor ihn gesetzt. Sie bellte. Er kraulte.
Herr Schlottbohm brachte ihm einen Java, also eine Tasse Kaffee, und stellte dem Commodore ebenfalls einen hin.
„Das wäre nicht nötig gewesen“, sagte er, nach dem „Danke“, „ich weiß doch, wo er steht.“
„Herr Schlottbohm, was meinen Sie zu dem Ring?“, fragte Herr Lapicida den Hausdiener. Commodore Blackrock gab ihm das Schmuckstück.
Er setzte seine Brille auf und begutachtete das kleine halb von Lava bedeckte Teil.
„Wo haben Sie ihn her?“
„Erstes Jahrhundert nach Christi Geburt. Er lag in einem Untergeschoss eines Hauses in Pompeji, das mit Lava halbvoll gelaufen war, oben auf der Lavaschicht.“
Herr Schlottbohm schaute ihn mit offenem Mund an.
„Sie werden sich wundern, Herr Schlottbohm, solche Schmuckstücke hatte es zu der Epoche nochnicht gegeben. Zudem kommt, dass es die Legierung des Ringes noch gar nicht gab.“
„Dann hat ein Zeitreisender die Direktive 6 nicht beachtet“, sagte Herr Schlottbohm, „das ist ein Verstoß gegen die Nichteinbringung. Zynisch ausgedrückt, ist es nur in Pompeji passiert.“
Commodore Blackrock lachte laut, Herr Lapicida konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
„Die Intention, weswegen ich gekommen bin, ist, dass ich glaube, dass jemand von den Edelleuten den Ring verloren hat.“
„Das glaube ich nicht“, warf der Commodore ein, „die Edelleute fahren generell nicht zu Katastrophen, Kriegen oder anderem. Das ist ihr eher es Gesetz. Dies gilt auch für Chrono.Tours. Dafür besonders. Sie wollen sich nicht das Elend Anderer anschauen und zweitens soll dies auch niemand sonst tun.“
„Das hatte ich auch nicht anders erwartet“, sagte Herr Lapicida. Herr Schlottbohm nickte bestätigend.
Dann meinte er : „Ich habe eine Theorie, meine Herren.“
Der Commodore machte eine ausladende Handbewegung, dass er seine Vermutung kundtun solle.
„Kann es sein, dass sie unfreiwillig dort havariert sind?“
Commodore Blackrock schaute erschrocken.
„Commodore, wir haben niemanden in dem Haus oder in einem der Nachbarhäuser gefunden.“
„Puh!“
Der Commodore bekam wieder Farbe.
„Ich könnte schauen“, schlug sich Herr Lapicida an die Stirn, „Warum bin ich nicht schon früher darauf gekommen! Sowas aber auch.“
Cora wedelte mit der Rute, als ob sie meinte, sie wolle mit. Sie kam an ihm hoch und leckte ihm die Hand.
„Wenn die beiden dort in der Nähe waren oder dort hergekommen sind, kann sie sie wahrnehmen.
Cora bellte laut und meinte wohl :“ Los geht es. „
Herr Schlottbohm brachte ihm die Leine und machte sie an Coras Geschirr fest.
„Nicht erschrecken!“, sagte Herr Lapicida und trat mit Cora einen Meter zurück. Er nahm sie auf den Arm.
Dann wurde es kurz lila. Die einfallende Luft machte „Plopp!“ und beide waren auf Zeitreise.
Cora zog direkt an der Leine, als beide im Jahr 97 angekommen waren.
„Wo willst du denn hin?“ fragte Herr Lapicida. Cora jaulte und wimmerte zugleich. Die beiden liefen Richtung eines Hauses, aus dem schreiend Leute liefen.
Dann sah Cora ihr Herrchen und Frauchen. Sie kläffte laut.
„Ich sehe sie auch“, bestätigte Herr Lapicida.
Er sah die beiden, wie sie an der Tür rappelten.
Während er überlegte, wie er die beiden retten soll, hörte er ein Rauschen, das anschwellte.
Ein schmales Fluggefährt stand hinter ihm.
Das Gefährt öffnete eine Luke, etwa mannshoch. Es manövrierte an das Haus.
„Heinrich, geh zur Seite! Sag es den beiden auch. Ich schieße die Tür frei.“
Nach ein paar Sekunden schoss Commodore Blackrock die Tür an, die dann nachgab.
Sabine und Dietmar von Syntronica sahen ihn und kletterten in sein Flugboot.
Dann verschwand das Flugboot.
Cora war außer sich.
Herr Lapicida nahm sie widerwillig auf seinen Arm.
Dann wurde es kurz lila und sie waren wieder zurück.
Kurz darauf trafen die Edelleute mit dem Commodore ins Wohnzimmer.
Sie bedankten sich überschwänglich.
Sie erzählten, sie wären von Unbekannten entführt worden und nach Pompeji gebracht worden.
Sie waren glücklich gewesen, als sie kurz nach dem Einsperren in dem Haus plötzlich Herrn Lapicida, Cora und Commodore Blackrock gesehen hatten.
„Ihr seid aufgefallen“, sagte der Commodore, „Ihr seid jemandem von den sogenannten Händlern in die Quere gekommen.“
„Die Händler?“
„Ihr könnt Euch doch erinnern, als ich angeschlossen zu euch kam. Ihr seid doch zufälligerweise in der gleichen Zeit im MittelalterMittelalter Das Mittelalter ist die Epoche in der europäischen Geschichte zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit, also etwa die Zeit zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert. gewesen. Dort habe ich mich unfreiwillig mit welchen von den Händlern angelegt. Anscheinend hat diese üble Gesellschaft auch euch ins Visier genommen. „
„Die Händler“, machte Herr Lapicida.
„Heinrich“, sagte Commodore Blackrock, „Du darfst niemanden sagen, dass es diese gibt.“
Dieser nickte.
Die Edelfrau schaute plötzlich ihre linke Hand an.
„Wo ist mein Zahnradring? Den hatte ich doch gerade noch an meinem Finger.“
Herr Lapicida nahm etwas aus seiner Tasche und winkte mit einem kleinen lavabedeckten Teil.
Commodore Blackrock und er lachten.

Die „Comic ConComic Con Stuttgart Die Comic Con Stuttgart (Comic Con Germany) ist eine Messe, die seit 2016 jährlich in Stuttgart stattfindet. Sie befasst sich vor allem mit Comics und Comicverfilmungen. Dort treffen sich viele Comic-Begeisterte, zum Teil mit aufwändigen Verkleidungen.“ und die „Messe Stuttgart“ haben uns freundlicherweise ein Interview zur Verfügung gestellt, das heute, Donnerstag, den 22.9.2022, veröffentlicht wurde.
Dort geht es darum, wie sich unser Stand, den wir auf der „Comic Con StuttgartComic Con Stuttgart Die Comic Con Stuttgart (Comic Con Germany) ist eine Messe, die seit 2016 jährlich in Stuttgart stattfindet. Sie befasst sich vor allem mit Comics und Comicverfilmungen. Dort treffen sich viele Comic-Begeisterte, zum Teil mit aufwändigen Verkleidungen.“ betreiben, gestaltet und was wir genau machen.
Vielen Dank!

Mit SteampunksSteampunk Steampunk ist eine kulturelle Bewegung aus dem Bereich des Retro-Futurismus, dessen Mitglieder sich zum größten Teil wie die Menschen im Viktorianischen Zeitalter oder daran angelehnt kleiden. Erkennbar sind Steampunk größtenteils durch das Tragen von kleinen Zahnrädern als Dekoration an Jacken, Taschen etc. auf Zeitreise

Zeitreisebüro Chrono.Tours entführt Besucherinnen und Besucher der Comic Con Stuttgart in vergangene Welten

Sie nennen sich Steampunks und betreiben das Reisebüro Chrono.Tours, das Zeitreisen zu besonderen Ereignissen in der Geschichte anbietet. Was sie an diesem Genre fasziniert, erzählen Sabine Edelfrau von Syntronica und Dietmar Edelherr von Syntronica im Gespräch mit Axel Recht. Auf der CCON | Comic Con Stuttgart (CCON) ist das SteampunkSteampunk Steampunk ist eine kulturelle Bewegung aus dem Bereich des Retro-Futurismus, dessen Mitglieder sich zum größten Teil wie die Menschen im Viktorianischen Zeitalter oder daran angelehnt kleiden. Erkennbar sind Steampunk größtenteils durch das Tragen von kleinen Zahnrädern als Dekoration an Jacken, Taschen etc.-Paar mit seinem Zeitreisebüro im L‑Bank-Forum Halle 1 zu finden.

Wohin führte Sie Ihre letzte Zeitreise und warum gerade dorthin?

Sabine Edelfrau von Syntronica: Zur ersten Erdölbohrung der Welt. Ich wollte wissen, wo sie eigentlich stattgefunden hat. Auf jeden Fall nicht in Nordamerika, wie die meisten glauben, sondern hier in Deutschland. Ich machte mich also mit unserem Luftschiff auf in das Jahr 1858 nach Wieze in die Lüneburger Heide. Dort wurde ich Zeugin, wie sich die Erde öffnete und das schwarze Gold geradezu in die Luft schoss. Prof. Konrad Hunäus war damals auf der Suche nach der erhofften Braunkohle in der Tiefe „nur“ auf Erdöl gestoßen. So ging diese unbeabsichtigte, aber erfolgreiche Bohrung nach Erdöl weltweit in die Geschichte ein.

Dietmar Edelherr von Syntronica: Ich befand mich auf einer Zeitreise zur Krönung Karl des GroßenKarl der Große Karl der Große (französisch: „Charlemagne”) erlangte am 25. Dezember 800 als erster westeuropäischer Herrscher seit der Antike die Kaiserwürde, die mit ihm erneuert wurde. am 25. Dezember im Jahr 800. Dies interessierte mich deswegen, weil es der Wiedereinsetzung eines römischen Kaisers wie in der Antike gleichkam. Karl regierte von Aachen aus und die Edelfrau von Syntronica stammt ja aus Aachen. Außerdem wollte ich mir gern den Petersdom in Rom anschauen, wo Karl zum Kaiser gekrönt wurde.

Wie und wann sind Sie zu diesem Hobby gekommen, gab es einen besonderen Anlass?

Sabine Edelfrau von Syntronica: Vor fünf Jahren hat mich ein DJ via Facebook als Fotografin zu einem Steampunk-PicknickPicknick Gemütliches  Beisammensein, bei dem jeder Teilnehmer ein Körbchen mit Speis und Trank mitbringt eingeladen. In der Einladung stand, dass man stilecht gekleidet kommen sollte. Also begann ich zu recherchieren, wie man sich für einen solchen Anlass kleidet. Ich war leicht überfordert und so suchte ich damals in „Karnevalsläden“ nach einer passenden Bekleidung. Nachdem ich mein Outfit gefunden hatte, ging ich, ausgestattet mit Picknickdecke und Picknickkorb zum Schloss Monrepos. Als ich dort ankam, staunte ich nicht schlecht. Auf der Wiese saßen Herren im edlen Zwirn und mit Zylinder sowie die Damen in feinster Spitze. Alle saßen auf Picknickdecken oder an kleinen Tischen und zelebrierten ihre mitgebrachten Speisen und Getränke. Kleine Törtchen standen auf Etageren und man speiste auf wertvollem Porzellan. Ein dampfgetriebenes Grammophon spielte wunderbare Musik und wir tauchten fasziniert ein in die Welt des Schriftstellers Jules Verne.

Dietmar Edelherr von Syntronica: Bei mir war es im Prinzip ganz ähnlich. Derselbe DJ machte mich darauf aufmerksam, dass ein Steampunk-Picknick am Schloss Monrepos in Ludwigsburg stattfände. Er meinte, das wäre doch bestimmt etwas für mich als Fotografen. Darauf zog ich mich in etwa so an, wie ich mir Steampunks vorstellte. Ich wurde freudig aufgenommen und, obwohl ich eher ein Karnevalskostüm trug, zu weiteren Events eingeladen. So wuchsen meine Frau und ich in die „Community“ hinein. Wir wurden quasi vom Steampunk-Virus „infiziert“.

Was hat Sie gerade am Thema Steampunk fasziniert?

Sabine Edelfrau von Syntronica: Es ist wie Eintauchen in eine respektvolle höfliche Szene, die Werte aus einer längst vergangenen Zeit auslebt. Dann die individuelle Gestaltung der Gewandung sowie die kreative Umsetzung von dampfbetriebenen Maschinen. Das Ausleben der eigenen Phantasie und das Erschaffen von etwas Neuem, was mit dieser Zeit, dem ausgehenden 19. Jahrhundert (Industrialisierung und Aufbruchstimmung), zu tun hat.

Dietmar Edelherr von Syntronica: Gerade die Form, wie miteinander umgegangen wird, hat mich fasziniert. Wir nennen es immer „Höflichkeit und Dampftechnologie“. Die Steampunks haben Respekt voreinander und benehmen sich sehr kultiviert. Was für mich sehr fasziniert, ist deren Kreativität. Einmal sind es die Objekte, die manche Gleichgesinnten basteln, wie mit Dampf betriebene Kaffeemaschinen, oder auch die Gewandung und die Accessoires.

Stellen Sie ihre Gewandungen selbst her und falls ja, was sind die Herausforderungen dabei?

Sabine Edelfrau von Syntronica: Also ich style meine Kleidung um. Ich besorge mir beispielsweise in Maastricht oder Roermond passende Kleidung, die meinen Vorstellungen entspricht und dekoriere sie mit Elementen wie Zahnräder, Schlüssel und Uhren.

Dietmar Edelherr von Syntronica: Zudem kennen wir einen Hutmacher, der für uns Hüte nach unseren Vorstellungen gestaltet.

Haben Sie eine/mehrere Lieblingsfiguren in der Literatur/Comics/Film etc., an denen Sie sich orientieren und beeinflussen lassen oder kreieren Sie Ihre eigenen Charaktere?

Sabine Edelfrau von Syntronica: Unsere Charaktere, die wir spielen, basieren auf unserer eigenen Kreativität. Wir lesen viel, wie die Geschichten von Jules Verne oder generell Literatur, die im Viktorianischen ZeitalterViktorianisches Zeitalter Als Viktorianisches Zeitalter wird (in der britischen Geschichte) der lange Zeitabschnitt der Regierung bzw. Herrschaft Königin Victorias von 1837 bis 1901 bezeichnet. (ca. 1830 bis 1901) spielt. So wissen wir auch, wie damals interagiert wurde.

Dietmar Edelherr von Syntronica: Zudem recherchieren wir sehr genau, wenn wir zu einem geschichtlichen Ereignis eine Zeitreise anbieten, um keine Fehler zu machen.

Was werden wir von Ihnen auf der Comic Con in Stuttgart erwarten können?

Sabine Edelfrau von Syntronica: Auf der Comic Con entführen wir die Besucherinnen und Besucher auf faszinierenden Reisen. Wir erklären Ihnen detailreich, wie eine Zeitreise vonstattengeht. Im Vorjahr waren wir auch schon mit einem Stand da und haben die Besucher intensiv mitgenommen. Es ging so weit, dass manche wirklich geglaubt haben, dass eine Reise in die Vergangenheit funktioniert.

Was kann man sich konkret unter dem Angebot von Chrono.Tours vorstellen?

Dietmar Edelherr von Syntronica: Chrono.Tours bietet Zeitreisen zu unterschiedlichen geschichtlichen Ereignissen an. Natürlich nicht real, sondern als „Kopfkino“. Wir erzählen den potenziellen „Kunden“, wie eine Zeitreise aussehen könnte. Geben ihnen Details, beschreiben die Orte und vieles mehr. Wir sind dabei so glaubwürdig, dass wir gefragt wurden, ob die Zeitreise schon stattfände.

Sabine Edelfrau von Syntronica: Am 25. Dezember 2021 überlegten wir uns, dass man eine Reise zur Krönung Karls des GroßenKarl der Große Karl der Große (französisch: „Charlemagne”) erlangte am 25. Dezember 800 als erster westeuropäischer Herrscher seit der Antike die Kaiserwürde, die mit ihm erneuert wurde. machen könne. Eigentlich wäre Irene von ByzanzDas Byzantinische Reich Das Byzantinische Reich (kurz „Byzanz”) war ein Kaiserreich im östlichen Mittelmeerraum. die Kaiserin geworden, doch die katholische Kirche akzeptierte keine Frau in der Militärführung, also ging die Kaiserkrone an Karl. Wenn wir nun eine Reisegruppe haben, in der Frauen sind, kann es durchaus passieren, dass diese ihren Unmut über die fehlende Emanzipation kundtun. Dies müssen wir versuchen zu verhindern, da es theoretisch zu „Querelen“ mit den Menschen aus der Ziel-Zeit kommen könnte. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, ganz oben das Geschehen von der Empore hinter eine Glasscheibe aus zu beobachten.

Welche Tipps haben Sie für angehende Steampunks?

Dietmar Edelherr von Syntronica: Man sollte sich schon eingehend mit dem Thema befassen. Und dann der Kreativität absolut freien Lauf lassen. Die Steampunks sind offen für Ideen. Im Zweifel ansonsten einfach fragen. Wir beißen nicht.

Weiterführendes:

Gestern waren wir im SWRSWR Der Südwestrundfunk ist ein öffentlich-rechtliches Medienunternehmen im Verbund der ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland).-Fernsehen zur „Landesschau Baden-Württemberg“ geladen.
Wir wurden in dem zehnminütigem Interview über SteampunkSteampunk Steampunk ist eine kulturelle Bewegung aus dem Bereich des Retro-Futurismus, dessen Mitglieder sich zum größten Teil wie die Menschen im Viktorianischen Zeitalter oder daran angelehnt kleiden. Erkennbar sind Steampunk größtenteils durch das Tragen von kleinen Zahnrädern als Dekoration an Jacken, Taschen etc. und Zeitreisen interviewt.

Wir haben den Zuschauern und Zuschauerinnen dargelegt, worum es sich bei Steampunk handelt und wie wir darauf gekommen sind, ein Zeitreisebüro zu gründen.

Moderator Florian Weber hat sich sehr gut mit uns unterhalten und Fragen gestellt, bei denen wir ab und zu kurz überlegen mussten.

Wir wurden sehr herzlich beim SWR (Südwestrundfunk) empfangen und haben uns sehr wohlgefühlt.

Das Interview ist in der ARD-Mediathek zu finden.
Es ist nur bis zum 14.9.2023 dort, weil die Rundfunkverträge dies so regeln.

Das Zeitreisebüro Chrono.Tours war auf dem MittelaltermarktMittelalter Das Mittelalter ist die Epoche in der europäischen Geschichte zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit, also etwa die Zeit zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert. in der Sindelfinger Altstadt dabei.
Er fand vom 9. bis zum 11.9.2022 statt.

Sabine Edelfrau und Dietmar Edelherr von Syntronica brachten viele Zeitreisen an Mann und Frau und begeisterten mit Wissen über geschichtliche Ereignisse.

So klärten sie auch auf über die ersten Fake-News der Geschichte, die nachweislich Pharao Ramses Ⅱ. im Jahr 1274 vor Christus ins Land gestreut hatte.
Erst bei Ausgrabungen wurden ArchäologenArchäologie Die Archäologie erforscht die kulturelle Entwicklung der Menschheit. fündig und konnten anhand von Widersprüchen herausbekommen, dass Ramses Ⅱ. über den Feldzug gegen die Hethiter gelogen hatte, um sich zu profilieren.

Ebenso fand zum Beispiel die erste Erdölbohrung der Welt in Deutschland in dem Ort Wietze in der Lüneburger Heide im Jahre 1858 statt.

Der Stand von Chrono.Tours war sehr gut besucht.

Chrono.Tours on tour“ war ein riesiger Erfolg.

Unser Dank gilt dem Veranstalter und dem Organisationsteam!

Am 14.9.2022 werden Sabine Edelfrau und Dietmar Edelherr von Syntronica interviewt.
Dies geschieht im Rahmen der „Landesschau“ beim „Dritten Programm“ „SWRSWR Der Südwestrundfunk ist ein öffentlich-rechtliches Medienunternehmen im Verbund der ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland). Baden-Württemberg“.
Es geht live gegen 19:15 Uhr los.

Das Thema des Interviews ist SteampunkSteampunk Steampunk ist eine kulturelle Bewegung aus dem Bereich des Retro-Futurismus, dessen Mitglieder sich zum größten Teil wie die Menschen im Viktorianischen Zeitalter oder daran angelehnt kleiden. Erkennbar sind Steampunk größtenteils durch das Tragen von kleinen Zahnrädern als Dekoration an Jacken, Taschen etc., wie beide dazu kamen und ähnliches.

Der Auftritt von Chrono.Tours auf der Comic Con StuttgartComic Con Stuttgart Die Comic Con Stuttgart (Comic Con Germany) ist eine Messe, die seit 2016 jährlich in Stuttgart stattfindet. Sie befasst sich vor allem mit Comics und Comicverfilmungen. Dort treffen sich viele Comic-Begeisterte, zum Teil mit aufwändigen Verkleidungen. 2022 – 26. bis 27.11.2022 – wurde in der offiziellen Pressemitteilung der Messegesellschaft Stuttgart erwähnt.

Auch öffnet Chrono.Tours, das Zeitreisebüro, seine historischen Pforten. Das Reisebüro der anderen Art bietet Zeitreisen zu geschichtlichen Ereignissen an. So kann man beispielsweise die erste Erdölbohrung der Welt anschauen, die nachweislich in der Lüneburger Heide stattfand. Im Angebot auch Abenteuer‑ und Forschungsreisen in unbekannte Welten, die keine Wünsche offen lassen.

Vielen Dank!

Am 2.7.2022 fand das SteampunkSteampunk Steampunk ist eine kulturelle Bewegung aus dem Bereich des Retro-Futurismus, dessen Mitglieder sich zum größten Teil wie die Menschen im Viktorianischen Zeitalter oder daran angelehnt kleiden. Erkennbar sind Steampunk größtenteils durch das Tragen von kleinen Zahnrädern als Dekoration an Jacken, Taschen etc.-PicknickPicknick Gemütliches  Beisammensein, bei dem jeder Teilnehmer ein Körbchen mit Speis und Trank mitbringt im Römermuseum „Villa RusticaVilla Rustica Die Römer nannten einen Gutshof „Villa Rustica”.“ in Hechingen-Stein statt.
Es waren etwa vierzig Teilnehmer in Gewandung gekommen, sowie die Fotografen, die uns abgelichtet haben.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die erschienen sind.

Ihr habt unseren gemeinsamen Tag zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Unser herzlicher Dank gilt dem römischen Freilichtmuseum „Villa Rustica“, die uns wie in jedem Jahr sehr freundlich aufgenommen und die Location zur Verfügung gestellt haben.

Vielen Dank!

Im nächsten Jahr treffen wir uns am 1.7.2023 wieder zum Steampunk-Picknick dort.

Bilder vom Steampunk-Picknick erscheinen in Kürze unter:

Im Jahre des Herren 1832 materialisierten wir mit unserem Zeitschiff in der Stadt Kassel – damals noch Cassel geschrieben.
Dort trafen wir zwei Gründerväter der Germanistik, Jacob und Wilhelm Grimm.
Diese sammelten Kinder‑ und Hausmärchen und schrieben diese in sein Büchlein.

Beide saßen in einem Lokal. Jacob wiederholte immer wieder: „Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß.“
„Ich bin mir nicht sicher“, wandte Wilhelm ein, „ob wir es so niederschreiben sollten.“
Jacob wiederholte die Phrase unbeirrt weiter. Irgendwann gab sein Bruder auf und schrieb es auf.

Wir machten von den Beiden mit unserem Iconographen ein LichtbildLichtbild Fotografien, Bilder, Fotos und verschwanden wieder.

Abends lagen wir in den Betten des Schlafgemachs unseres großen Zeitschiffs.

Ich, Dietmar, Edelherr von Syntronica, lag nachts wach.

Ich ging irgendwann zur Chrono-Aviations-Einrichtung und startete sie.
Nach einigen Minuten Fahrt durch Blitze und Lichter befanden wir uns im Jahr 1463.
Wir verließen das Schiff und begaben uns zum bunten Markttreiben in die Reichsstadt Wimpfen, wo man munkelte, die Herren von Weiler wollten diese an die Stadt Heilbronn veräußern.

An einer Holzhütte stand ein kurioser Typ, der sich dem Met völlig hingab und irgend etwas schwafelte.

Heute back ich, morgen brau ich,
übermorgen hol ich der Königin ihr Kind;
ach, wie gut, dass niemand weiß,
dass ich Rumpelstilzchen heiß!

Dann kamen Söldner auf uns zu und wollten von uns Vornamen wissen.
Wir sagten „Sabine und Dietmar“.
Worum es auch immer ging!

Eine wohlhabend aussehende Frau hörte aufmerksam dem komischen Kauz zu, wie er ziemlcih undeutich sang.

„Rumpelstilzchen!!“, sagte sie zu sich, kreischte kurz und verschwand.

Der Betrunkene sang weiter sein Lied, während er über den Markt torkelte und Leute anstieß.

Heute back ich, morgen brau ich,
übermorgen hol ich der Königin ihr Kind;
ach, wie gut, dass niemand weiß,
dass ich Rumpelstilzchen heiß!

„Mein Gemahl!“, rief eine süße Stimme, „es ist Zeit zum aufstehen”“

„Ach wie gut, dass niemand weiß ….“, murmelte ich, während ich aufwachte.
„Hast Du an unsere Zeitreise bei Gebrüder Grimm gedacht?“, fragte meine Gemahlin.
Ich erzählte ihr meinen Traum mit dem sturzbetrunkenen Rumpelstilzchen, und wir lachten beide.

„Vielleicht sollten wir bei den Gebrüder Grimm nochmal vorbeifliegen“, meinte meine Gemahlin, „und ihren den wahren Beweggrund nennen, warum Rumpelstilzchen wirklich seinen Namen verriet.“

Jeder weiß, dass sich der niederländische Maler Vincent Van Gogh unter Einfluss von zu viel Absinth ein Ohr abschnitt.

„Der Sekundenzeiger der Geschichte“ erzählt die wahre Geschichte, wie es dazu kam. 

Im Januar des Jahres 1888 hatten zwei Mitglieder der „Behörde zur Ermittlung Temporärer Distorsionen“ – kurz „Department ZDie Zeitpolizei Die „Behörde zur Ermittlung Temporaler Distorsionen” ist eine unabhängige Institution. Sie wird auch „Department Z” oder „Die Zeitpolizei” genannt. Sie ist zuständig dafür und kontrolliert, dass auf Zeitreisen keine Manipulationen stattfinden, denn das würde den Lauf der Geschichte ändern.  Sie arbeitet in der Regel im Verborgenen..“ oder „ZeitpolizeiDie Zeitpolizei Die „Behörde zur Ermittlung Temporaler Distorsionen” ist eine unabhängige Institution. Sie wird auch „Department Z” oder „Die Zeitpolizei” genannt. Sie ist zuständig dafür und kontrolliert, dass auf Zeitreisen keine Manipulationen stattfinden, denn das würde den Lauf der Geschichte ändern.  Sie arbeitet in der Regel im Verborgenen.“ genannt – einen Einsatz in Paris.

Sergeant Sabienne Du Vent und Sergeant Didier Du Vent landeten an einen kalten Wintertag dort.
Sie nahmen nach einer Verfolgungsjagd durch die Zeit einen Halunken fest, der Kunstwerke gestohlen hatte, damit durch die Zeit gereist war und diese in verschiedenen Epochen meistbietend veräußert hatte.

Diese Festnahme geschah bei einem Kunstauktionator namens Goupin, der unter anderem auch Werke von Vincent Van Gogh veräußert.

Was mit dem Kunsträuber geschah, ist für die Geschichte der Menschheit völlig irrelevant.
Was aber temporär sehr relevant war, war eine Entdeckung, als die oben genannten Zeitpolizisten kurz vor Weihnachten im gleichen Jahr noch mal in Paris unterwegs waren und nach einem sogenannten Zeit-Lagerer fahndeten.

Sie schauten durch Zufall durch ein Fenster des Hauses, in dem Vincent Van Gogh lebte, und erschraken.

Dort stand ein Gemälde, das Sergeante Sabienne Du Vent zeigte.

Sie verschafften sich Einlass und tapsten leise durch das Haus.
Plötzlich überraschte sie Vincent Van Gogh.
„Was machen Sie hier?“ rief der sichtlich angetrunkene Maler und schwank seine Flasche Absinth locker in der Hand haltend von links nach rechts.
Sergeant Didier Du Vent hielt ihm seine beeindruckende achtläufige Waffe unter die Nase.
„Stören Sie uns nicht!“ raunzte er ihn an, „Wo kommt dieses Gemälde her?“
„Das habe ich gestern fertiggestellt“, antwortete er mit alkoholbeladener Stimme und tippte mehrmals mit seinem Zeigefinger auf das Bild, „Ah, schon trocken.“
„Warum haben Sie mich gemalt?“, wollte Sergeante Sabienne Du Vent wissen.
„Meine Liebe, endlich sehe ich Sie wieder. Es war im Januar. Ich dachte schon, es würde nie geschehen. Glück trifft mich gerade an diesem schweren Schicksalstag.“

„Er hat heute Nachricht von seiner Mutter und seinem Bruder Theo erhalten, dass Theo heiraten will“, sagte ihr Kollege, „weil er das nicht gutheißt und kaum verkraftet hat, gibt er sich dem Absinth hin.“
„Quelle histoire, vraiment !“, seufzte sie.
„Wo wissen Sie das her?“, rang Van Gogh nach Worten.
Sergeant Didier Du Vent sagte mit emotionsloser Stimme: „Wir kommen nicht von hier und wissen alles, was passiert, passierte und noch passieren wird.“
„Sie sind so süß, eine wahre Augenweide“, lobte Van Gogh die Zeitpolizisten, „es drängte sich die Sehnsucht seit langem auf, Sie wiederzusehen, aber die Depression, dass Sie für immer verschwunden sein könnten, legte mir gestern Morgen die Pinsel in die Hand, dass ich Sie malen solle, um zumindest so das Wiedersehen an den heiligen Tagen feiern zu können. Doch nun sind Sie wirklich da. Mein Flehen wurde erhört.“
Van Gogh fasste ihre Uniform an und zupfte an den goldenen Litzen, musste sich aber gefallen lassen, dass er eine Ohrfeige bekam.
„Lass das!“
„Que belle!“, schwärmte er unbeirrt und trank dabei weiter von dem grünen Getränk.

„Wir müssen das Gemälde mitnehmen. Es ist ein durch unsere Unaufmerksamkeit entstandenes Zeit-Paradoxon.“
„Oui!“, antwortete seine Kollegin nickend, „Gut, dass wir zufälligerweise heute das Bild hier sahen. Was hätte passieren können! Mon Dieux!“
Dann wandte sie sich an den Maler: „Haben Sie noch Skizzen von mir oder noch mehr Gemälde? Das würde mich freuen zu sehen.“
„Non, Madame Engelsgesicht. Nur dieses eine Meisterwerk, das Ihre ganze Schönheit zeigt.“
„Hat es schon jemand gesehen?“
„Non Madame. Nur wir!“
„C’est bon!“, machte Sergeant Didier Du Vent und nickte seiner Kollegin zu. Er nahm seine riesige Waffe hoch und drückte sie Van Gogh unter das Kinn. Dieser schrie auf.
„Wir raten Dir, dass Du nie mehr ein Gemälde von ihr malst und auch nie eine diesbezügliche Zeichnung anfertigst.“
Er drückte die Waffe noch härter ans Kinn: „Ansonsten sehe ich mich gezwungen, Dich zu töten und Deine Eingeweide in alle Himmelsrichtungen zu verteilen.“
„Bitte tun Sie mir nichts!“ krächzte Van Gogh, Ich werde alles tun, was Sie befehlen.“
Sergeante Sabienne Du Vent hatte derweil das Gemälde in ein Laken geschlagen und hielt es fest.
„Und … Vincent … Wenn Du auch nur einer Fliege von dem Gemälde erzählst, kommen wir wieder und nehmen Dich auseinander, Jedes Stück Deines Körpers einzeln.“
„Das mache ich nichts.“
„Wir sind überall und bewachen Dich.“
Dann verließen die beiden Zeitpolizisten das Haus.
Etwas später hatten sie das Bild in ihrem Gefährt versteckt.

In seinem Haus stand ein ziemlich verwirrter Vincent Van Gogh und schüttete Absinth in rauen Mengen in sich hinein. Es war wohl alles zu viel für ihn geworden.

Noch am Abend dieses 23. Dezembers 1888 schnitt er sich im Absinth-Rausch ein Ohr ab und übergab es der Prostituierten Gabrielle Berlatier mit den Worten: „Bewahre dieses Objekt pfleglich auf!“
Diese brachte es in ein Krankenhaus in Arles, wo es mehrere Jahre in einem Glas mit Alkohol konserviert stand und irgendwann auf Nimmerwiedersehen verschwand.

Es war Kaffeezeit. Sabine Edelfrau und Dietmar Edelherr von Syntronica saßen in bordeauxfarbenen Samtsesseln am großen Mahagoni-Tisch und nippten am schwarzen dampfenden Getränk, das sich in bunten Porzellantassen befand.
Das Gaslicht brannte hell und erleuchtete den nobel eingerichteten Raum.

Der Edelherr legte den „Sekundenzeiger der Geschichte“ an die Seite und meinte: „Genug Politik und Wirtschaft für heute. Ich bin etwas von den Erlebnissen kaputt.“
„Frag mich mal. Es war ja auch nichts Alltägliches.“
“Das kannst Du laut sagen!”
Er stand auf und stellte die Teller übereinander, um sie wegzubringen.
„Möchtest Du irgendetwas aus der Küche?“
„Nein, danke!“
Nach ein paar Minuten kam er zurück und stellte einen kleinen Teller mit Macarons auf den Tisch. Er nahm die Zeitung und hängte sie wieder an den Ständer, von der er sie entnommen hatte. Er strich sie vorher gerade und begab sich Richtung des Tisches.
Die Edelfrau war aufgestanden und schaute aus dem Fenster. Sie schüttelte den Kopf und drehte sich zu ihrem Gatten.
„Carpe Noctem!“
„Wir haben es gerade mal halb fünf“, entgegnete der Angesprochene.
„C‑a-r-p‑e N‑o-c-t-e‑m“, wiederholte sie etwas lauter und langsamer. Sie bewegte ihren Kopf Richtung des Fensters, durch das man den Vorplatz des Landsitzes sehen konnte.
„Carpe Noctem“, sagte der Edelherr mit verblüfftem Gesicht.

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